SchlappSchwanz

Pikant, pikant! Im Spiel der Geschlechter habe ich jetzt die Niete gezogen. Nichts tut sich mehr, es herrscht Ruhe auf dem Schlachtfeld des Begehrens. Meine Prostata ist weg. Ich habe sie dem frühen Krebstod geopfert.

Seitdem öffnet sich für mich eine Welt, die mir bislang verborgen blieb: links und rechts im Freundes- und Bekanntenkreis outen sich mir zum Trost immer mehr Männer als verdeckte Schlappschwänze. Die errektile Dysfunktion scheint in Mode zu sein. Bei dem einen ist es seine Frau, die sich plötzlich freimütig am Tisch darüber auslässt, dass er – Scheiße! – auch keinen Steifen mehr kriegt. Der nächste berichtet vom durch und durch misslungenen Wochenende, weil das eingespielte Vögelritual mit seiner Freundin trotz traumhafter PSA-Werte nicht mehr klappt und nun die Differenzen zwischen ihm und seiner Freundin unbeschlafen und damit gefährlich unerlöst bleiben. Der ansonsten grantige Hausmeister zeigt sich überraschend distanzlos und kürt sich mit markiger Stimme zum souveränen Sieger, weil er seine Prostata schließlich schon vor 12 Jahren los geworden sei. Im Restaurant zieht mich die befreundete Wirtin zur Seite, verweist auf drei Tische im Lokal, an denen einzelne Paare sitzen und flüstert mit gesetzten Pausen: „Ich sag´s Dir: … Alle … Männer … ohne … Prostata!“ Frisst die sexuelle Revolution ihre Kinder? Übernimmt da still und heimlich das neue Eunuchengeschlecht die Mehrheit im Lande von Dr. Sommer? Brav, braver, BRAVO!

Schluss jetzt mit der Heimlichtuerei! Hinter dem breiten Schutzschirm des männlichen Tabus rüsten wir uns für die neue sexuelle Revolution. Brüder, stimmen wir an: „Rien ne va plus!“ lautet die Parole! Jungs, Kopf hoch! Nicht auch noch oben schlapp machen! Das ist doch ein berauschender Ausblick!

Die Steifen verkümmern ab jetzt zur Randerscheinung der Männlichkeit und viele, viele Frauen können sich freuen: Als Eunuchen dienen wir dem neuen Gender-Harem gern und absolut gefahrlos.

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