Was weiß ich, wenn ich was weiß?

Keine Schulprüfungen und dergleichen mehr vor der Brust zu haben und sich Bildungsinhalte unabhängig von äußeren Notwendigkeiten selbst aussuchen zu können, ist ein unschätzbarer Vorteil des fortgeschrittenen Alters. Jetzt darf die Frage nach der Relevanz von Wissen gestellt werden:

Was weiß ich, wenn ich was weiß? Also: Warum soll man wissen, dass nach si, nisi, ne, num der kleine Ali umfällt?*
Davon wird Latein auch nicht wieder lebendig.
Oder: Warum soll das Gehirn speichern, dass ein Nebenfluss der Donau mit 5 Buchstaben „Regen“ heißt. Reisen Sie lieber mal hin, nach Regensburg, statt Kreuzworträtsel zu lösen.

Wenn Sie jedoch wissen, dass nach Scary, Baby, Ginger und Posh dass fünfte Spice-Girl

A: Hoopsy

B: Pupsy

C: Sporty oder

D: Dirty

Spice** hieß, könnten Sie bei Jauch vielleicht eine Million gewinnen.
Aber: Wie wahrscheinlich ist es, dass genau Sie beim Jauch sitzen?
Und genau diese Frage kommt?
Wahrscheinlichkeitsrechnung ist daher wiederum sinnvoll:
Damit können Sie zum Beispiel auch selbst herausfinden, dass Sie (bei einer Chance auf den Hauptgewinn von eins zu 140 Millionen) die meiste Kohle herausholen, wenn Sie auf das Lottospiel verzichten.
(Warum ich trotzdem Lotto spiele, erzähle ich mal an anderer Stelle).

Dann hätte ich noch ein Beispiel:

Sinnvoll ist auch zu wissen, dass nur die wenigsten Frauen den als befriedigend empfundenen klitoralen Orgasmus beim klassischen Geschlechtsverkehr bekommen. Das kann Paaren viel Frust und vergebliche Hampelei ersparen. Tipp: Reden Sie mal drüber!

Frage:
Warum lernt man das nicht
in der Schule?

Dieses Wissen kann Beziehungen retten und erscheint mir lohnenswert. Dies hängt natürlich, aus männlicher Perspektive gesehen, immer auch von der jeweiligen Frau ab.

Wenn Sie das mit der Beziehung allerdings schon vermasselt haben und nun Trost im Alkohol suchen, ist es hilfreich zu wissen, dass das Tequila-Ritual gar nicht so blöd ist: Die unmittelbare Zufuhr von Natriumchlorid und Vitamin C ersetzt sofort wichtige Stoffe, die dem Körper durch den Alkohol gerade entzogen werden.
Kurz: Sie können den Rausch intensiver und genussvoller gestalten. Ihre Leber werden Sie mit Salz und Zitrone langfristig natürlich nicht retten. Mehr zu diesem Thema weiß Ihr Arzt oder Apotheker.

Nun, eine Frage zum Schluss, lieber Leser: Was wissen Sie nun, wenn Sie das alles hier wissen? Aber egal. Kommen wir zu den Fußnoten. Denn Sie wollen sich doch sicher ganz genau informieren, oder?

Also:

* Die Merkregel „Bei si, nisi, ne, num, quo, quando, ubi, cum fällt Ali um.“ hilft nicht bei der körperlichen Auseinandersetzung mit aggressiven Jugendlichen mit Migrationshintergrund, sondern nur bei Lateinprüfungen und will sagen: Nach den aufgezählten Konjunktionen verlieren die unbestimmten Fürwörter „aliquis / aliquid“ (irgendwer / irgendwas) die Vorsilbe „ali“.

** Antwort C ist richtig. Das fünfte Spice-Girl hieß natürlich Sporty. Hallo?!! Das wussten Sie doch wohl hoffentlich! Also viel Glück und grüßen Sie mir den Günther!

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